Rechtsanwältin Silke Jaspert

Fachanwältin für Strafrecht, Mediatorin

9 Jahre für Vergewaltigung in Wustrow

Gespeichert am 16.02.2014

Mit einer Verurteilung zu 9 Jahren Haft ist das Verfahren gegen einen jungen Mann aus Wustrow in der ersten Instanz, am 06.02.2014, beendet worden. Der junge Mann lebte in Wustrow in einer Einrichtung für geistig behinderte junge Erwachsene.

An einem heißen Juli-Tag im Sommer 2013 lauerte der Angeklagte einer jungen Frau auf, die im Wendland durch die Felder joggte. Er hielt ihr ein Messer vor den Bauch und zwang sie so, ihm in ein hochbewachsenes Maisfeld zu folgen. Dort zwang er die Frau zu etlichen sexuellen Handlungen. Auch als es der Frau einmal kurz gelang, sich aus der Gewalt des Täters zu befreien, setzte er ihr nach, zog sie erneut in das Feld und vergewaltigte sie erneut.

Im Verfahren wurde das Opfer durch meine Kanzlei als Nebenklägerin vertreten.

Auch das Gericht stellte fest, dass der Tathergang wohl nur noch mit einem Alptraum zu vergleichen ist. Folge der Tat für das Opfer ist, dass sie unter schweren Angststörungen leidet und sich ihr - bisher unbeschwertes - Leben dadurch massiv verändert hat. Konsequent hat das Gericht daher auch ein Strafmaß gewählt, das im oberen Bereich der Verurteilungen wegen solcher Taten liegt. Der gesetzliche Strafrahmen für besonders schwere Vergewaltigung (unter Verwendung eines gefährlichen Werkzeugs )reicht von 5 bis 15 Jahren. Eine Verurteilung im Bereich von mehr als 8 Jahren - wenn "nur" der Tatbestand des § 177 Abs. IV Nr. 1 StGB vorliegt - ist eine Ausnahme, dem hiesigen Tatverlauf aber mindestens angemessen.

Was im Strafprozess nicht geklärt werden konnte, ist die Frage, ob die Einrichtung, in der der junge Mann lebte, eine (Mit-) Verantwortung an der Tat trägt.

Diese noch offene Frage wird in einem weiteren Verfahren vor einem Zivilgericht geklärt werden.

Das Strafurteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte (und auch die Staatsanwaltschaft) haben hier noch das Rechtsmittel der Revision zum BGH.

 

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