Rechtsanwältin Silke Jaspert

Fachanwältin für Strafrecht, Mediatorin

Freispruch nach einer anonymen Strafanzeige

Gespeichert am 16.02.2014

So ganz genau wusste ich nicht, weswegen die StA meinen Mandanten eigentlich angeklagt hatte.

Der Angeklagesatz lautete:

"Angeklagter A hat durch Vorspiegelung falscher Tatsache einen Irrtum erregt, wozu der Angeklagte B (=Mandant) Hilfe leistete."

Den Tathergang beschreibt die StA dann so:

"Der Angeklagte A zeigte den Diebstahl seiner Versicherung an, die den Schaden reguliert hat."

Es finden sich in der "Anklageschrift" keinerlei Hinweise darauf, was mein Mandant nun konkret getan haben sollte, um Hilfe zu leisten. Das Gericht meinte auf meinen Hinweis, dass das ja nicht wirklich der Umgrenzungsfunktion der Anklageschrift genügen kann, recht lakonisch: "Wieso, das steht doch in der Akte!".

 Es kam dann wie es kommen musste, der StA wusste nicht recht, was er meinem Mandanten nachzuweisen hatte. Und das Magere, was er zu haben glaubte, löste sich dann auch rasend schnell in Nichts auf.

Am Ende wurde mein Mandant von "was-auch-immer" freigesprochen und die Staatskasse trägt die Kosten - selber schuld.

 

AG Burg: AZ: 21a Ds 110 Js 4544/13

 

Nachtrag:

Der anonyme Anzeiger hat sich irgendwie verraten. Ganz so anonym war diese Anzeige dann eben doch nicht. Die Sache kann ein Nachspiel haben (wird fortgesetzt).

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